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Sonderausstellungen

Operation Lindwurm

Sonderausstellung

Operation Lindwurm

Eine öffentlich durchgeführte geheime Aktion

1990 wurden in einer beispiellosen Operation 102 000 Giftgasgranaten aus Clausen in der Pfalz abtransportiert. Die Aktion sorgte für internationales Aufsehen. Anläßlich des zwanzigsten Jahrestages im Jahre 2010 widmete das Dokumentations- und Ausstellungszentrum diesem überregional bedeutsamen Thema eine Ausstellung.

Unter dem Titel „Operation Lindwurm“ wurde sie am 26. Juli im Ramsteiner Museum eröffnet Zahlreiche Fotos, Broschüren, Plakate, Presseauszüge und Objekte ließen diese bis heute größte zivil-militärische Operation in Rheinland-Pfalz wieder lebendig werden. Zudem wurden acht Kernfragen zu der Aktion beantwortet, wie etwa: Was waren das für C-Waffen? Wie sicher war der Transport? Gab es Widerstand? Oder: Wie viel Planung ging der Operation voraus?

Zu der Ausstellung erscheint Begleitmaterial.

Eröffnung

Montag 26. Juli 2010, 19 Uhr
Gebäude Museum im Westrich,
Miesenbacher Str. 1, Ramstein

Begrüßung

Klaus Layes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach
Dipl. Geogr. Michael Geib, Leiter Dokumentationszentrum

Einführung

Dr. Claudia Gross, wiss. Mitarbeiterin Dokumentationszentrum

Öffnungszeiten

26. Juli bis 3. Oktober 2010
Montag bis Freitag, 9.30 – 17.30 Uhr

Sonderausstellung „Operation Lindwurm" in Kaiserslautern

Eröffnung

Dienstag, 13. März 2012, 18 Uhr

Einführung: Dipl. Geogr. Michael Geib, Leiter docu center ramstein

Ort:

Galerie im Eingangsbereich der Volkshochschule, Kanalstr. 3, 67655 Kaiserslautern

Öffnungszeiten:

13. März – 18. April 2012

Montag bis Freitag, 8.30 – 21.30 Uhr

Publikation

Operation Lindwurm – eine öffentlich durchgeführte geheime Aktion

Publikation zur Ausstellung (deutsch), 2010

Operation Lindwurm, Operation Golden Python, Operation Steel Box – was ist das?

lindwurm-mit-fotoreportern

Bei der Gemeinschaftsaktion von US Army, Bundeswehr, Polizei, Bahnpolizei, Bundesgrenzschutz, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Sanitätsdiensten wurden die Chemiewaffen quer durch die Bundesrepublik zu dem Nordseehafen in Nordenham gebracht. Von dort wurden sie zur Vernichtung auf das Johnston-Atoll im Pazifik verschifft.

Auf den Abzug des Giftgases hatten sich US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Kohl im Jahre 1986 am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Tokio geeinigt.

Vier Jahre später, am 26. Juli 1990, begann die groß angelegte Aktion: An 28 Tagen setzten sich 20 Sattelschlepper und 59 Begleitfahrzeuge in Bewegung und schlängelten sich wie ein 7 km langer „Lindwurm“ durch den Pfälzer Wald. Daher auch der Codename für die Operation. Die englische Bezeichnung war entsprechend: Operation Golden Python. Wegen der dampfdichten Stahlmagazine, in denen die Granaten transportiert wurden, hatte der Abzug beim US-Militär auch den Tarnnamen Operation Steel Box. In Miesau angekommen wurden die 560 Großcontainer mit ca. 400 Tonnen Giftgas auf Züge verladen. Immer zwei Munitionszüge fuhren dann abends zusammen mit einem Begleitzug ab. Insgesamt waren sie zwischen 10 und 12 Stunden nach Nordenham unterwegs. Anschließend verließ das Giftgas auf den beiden US-Militärfrachtschiffen SS Flickertail State und SS Gopher State Deutschland in Richtung Pazifik. Nach rund zwei Monaten erreichte das Giftgas das Johnston-Atoll.